Brennpunkt der Geschichte: die Wartburg bei Eisenach

Als einer der symbolträchtigsten Orte deutscher Geschichte und „mit kulturellen Werten von universeller Bedeutung verknüpft“ wurde die Wartburg bei Eisenach 1999 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Schon um 1200 fochten hier zu Blütezeiten der höfisch-ritterlichen Kultur bekannte Minnesänger wie Walther von der Vogelweide in dem sagenhaften „Sängerkrieg“. Im Jahr 1521 übersetzte der vogelfreie Martin Luther in der „Lutherstube“ der Burg das Neue Testament ins Deutsche. 300 Jahre später trafen sich Burschenschaftler aus ganz Deutschland zum Wartburgfest, um für bürgerliche Reformen und die Einheit Deutschlands zu demonstrieren. Im 19. Jahrhundert als nationales Denkmal ausgestaltet, wartet auf dem Felsplateau eine architektonische Melange aus Romanik, Gotik, Renaissance und Historismus auf heutige Besucher. Der 1155 entstandene romanische Palas gilt als der besterhaltene romanische Profanbau nördlich der Alpen.